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Twistlock-Karabiner sind unsicher

Newsgroups: de.rec.alpinismus
Subject: Twistlockkarabiner unsicher
From: Oliver Huber
Date: 23 May 1997 07:35:18 GMT

Nach meinen Erfahrungen ist der HMS Twistlockkarabiner von Camp nicht sicher! Die Verschlußhülse ist nicht ausreichend gegen eigenständiges Verdrehen gesichert.
Ich habe den Karabiner letztens als Topropeumlenkung eingesetzt. Als meine Kletterpartnerin über den Sicherungspunkt hinausgeklettert ist, hat sich das Seil selbst ausgehängt! (Nach dem Sicherungspunkt war die Tour zu Ende)
Nach diesem Schrecken benutze ich den Twistlockkarabiner jetzt nur noch, um meine Schuhe zu transportieren.

Oliver
From: Rainer Faulstich
Date: Sun, 25 May 1997 00:25:03 -0700
> Die Verschlußhülse ist nicht ausreichend gegen eigenständiges
> Verdrehen gesichert.

Nicht nur der "Schiebe"
Nachdem ich meinen Abseilachter beim Fixseilabseilen am Pumori verloren hatte mußte ich per HMS abseilen. Einen DMS Twistlock habe ich benutzt (das ist der, den man drehen muß um ihn aufzukriegen). Hängt man ihn falsch herum ein, dreht der Seilverlauf den Verschluß auf und kann den Schnapper aufklappen.
Dann gab es einen Ruck und ich hatte nur noch eine einfache Seilwindung in dem Ding.

Rainer
From: Patrick Hansmeier
Date: Mon, 26 May 1997 10:43:46 +0000
Oliver Huber wrote:
 > Nach meinen Erfahrungen ist der HMS Twistlockkarabiner von Camp nicht
> sicher! Die Verschlusshuelse ist nicht ausreichend gegen eigenständiges
> Verdrehen gesichert.

Ich kenne den Karabiner und seinen Verschlußmechnismus nicht im Detail. Aus dem Grunde, daß die einfachen Twistlock zu unsicher sind, wird ja vom AV einzig der (Kwik-?)Twistlock (schieben, dann erst drehen) von DMM empfohlen.
Zwei der ollen Twistlocks, gegensinnig eingehängt sollten doch ebenfalls ausreichnend sein.

bye,
Patrick
From: HILLER
Date:

zum Topropen eignen sich vorzüglich die gewundenen HMS von Stubai(?) mit Schraubverschluß. Wenn es bei Euch üblich ist den Toprope-Stand zu übersteigen könnt Ihr ja noch die letzte Zwischensicherung klinken. Zum Standplatzbau+Abseilen, egal wo, benutze ich nur Schrauber. Den Twistlock von Camp benutze ich in meiner Sitzschlinge und ab und zu zum sichern - hatte mit beiden noch nie Probleme. Der Kopf sollte halt nicht ausgeschaltetet werden(Seil verkehrt herum usw.), denn die Knoten zum Einbinden überprüfst Du ja bestimmt auch noch mal oder????

Adios Olaf
From: Nico Hoffmann
Date: Sun, 25 May 1997 19:35:33 +0200
> Dann gab es einen Ruck und ich hatte nur noch eine einfache Seilwindung
> in dem Ding.
> 
> Rainer

Das kann mit einem Schraubkarabiner aber auch passieren, besonders dann, wenn man anstatt eines HMS leichtsinnigerweise einen "normalen" hernimmt.
Ich halte, obwohl ich sehr wenig Erfahrung mit Karabinern habe, auch Schraubkarabiner nicht für besser. Beispielsweise habe ich einen Schraubkarabiner (vorher schön zugeschraubt) nicht mehr aufbekommen, weil er noch etwas belastet war. Glücklicherweise ist das nur beim Ausprobieren an einem Baum passiert, also nicht mitten in einer Felswand, und ich konnte mir eine Rohrzange bringen lassen... Die meiner Ansicht nach beste Lösung wäre folgende:
Man verlegt den Feststellmechanismus (Bolzen mit Griffnase) in den Schnapper, so daß die Griffnase im Schnapper versenkt ist. Ein Seil könnte dann die Griffnase nicht mehr berühren und den Karabiner nicht mehr öffnen. Der Schnapper würde evtl etwas breiter, und er wäre vielleicht auch nicht ganz so einfach zu bedienen, aber ein Öffnen durch Seilreibung wäre damit sehr unwahrscheinlich.

Nico Hoffmann
From: Thomas Frank
Date: Mon, 26 May 1997 07:28:04 +0200
> Schraubkarabiner (vorher schön zugeschraubt) nicht mehr aufbekommen,
> weil er noch etwas belastet war. Glücklicherweise ist das nur beim
> Ausprobieren an einem Baum passiert, also nicht mitten in einer
> Felswand, und ich konnte mir eine Rohrzange bringen lassen...

Nach meiner Erfahrung lassen sich im belasteten Zustand zu fest zugeschraubte HMS aber unter der gleichen Belastung wieder problemlos öffnen, z.B. indem man sich mit dem Ding in's Seil setzt und dann den Schraubverschluß wieder unter Belastung löst.

Gruß, Thomas
.
From: Herbert Kremser
Date: 28 May 1997 13:11:47 GMT
Stephan Grashey (Stephan.Grashey@kommsrv.rz.unibw-muenchen.de) wrote:
: Harald Mueller wrote:
: > > BTW - ich hab mal gelernt, daß man nie nur einen einzelnen Karabiner in
: > > den Haken tut sondern immer ein Paar. Ist beweglicher
: > > (Zwischensicherung!) und das Seil wird unter Last nicht gegen den Felsen
: > > gedrückt.

Wobei hier nicht dazugesagt wurde, das eine Expressschlinge (oder etwas vergleichbares) unbedingt notwendig ist. Man sollte nie Karabinerketten bilden, sofern es sich nicht um Schraubkarabiner handelt. Wenn Karabiner in Karabiner gehängt wird, könnten sie sich sonst bei ungünstiger Zugrichtung gegenseitig öffnen. Dann noch lieber einen einzelnen Karabiner.

: > man kann auch  ne Schlinge nehmen, das macht dann einen Karabiner
: > weniger, der sich öffnen kann.

Geht natürlich auch. Aber wenn ich z.b. eine Ausgleichsverankerung baue, geht's halt viel einfacher wenn ich Karabiner in die Sicherung einhänge, als das Band selbst durchzuziehen.

: Genau - und damit sind wir wieder am Anfang der Diskussion:
: Wenn nämlich nur noch ein Karabiner da ist, der sich öffenen kann
: und dieser sich tatsächlich öffnet....

Dann hält wenigstens die zweite Sicherung, man sollte eigentlich nur selten an einem einzelnen Karabiner hängen.:-) Ich glaube man sollte da nicht in eine Paranoia verfallen. Soo leicht öffnet sich kein Schnappkarabiner, und für besonders wichtige/gefährdete Glieder der Kette verwendet man ohnehin Schraubkarabiner. Gefährlicher ist ohnehin meistens das, in das man den Karabiner am Felsen einhängt, als ein mögliches Öffnen des Schnappers.

: Und das Seil direkt durch die Schlinge (noch einer weniger der sich
: öffnen kann....) ist noch gefärlicher: Die Schlinge ist rucki-zucki
: durchgeschmolzen wenn das Seil durchläuft!

Das ist nicht mehr gefährlich, das ist Selbstmord. Außer natürlich bei statischer Belastung, wie z.b. beim Abseilen.

Herbert

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